Anämie beim Baby

In diesem Blog besprechen wir die Anämieerkrankung bei Neugeborenen, ihre Ursachen, Symptome, Auswirkungen und Komplikationen sowie Möglichkeiten zur Behandlung oder Vorbeugung.

Was ist „Anämie“?

Anämie bedeutet Blutarmut, genauer gesagt eine verminderte Konzentration des roten Blutfarbstoffs (Hämoglobin) oder der roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Anämie bei einem Kind (6 Monate bis 14 Jahre) ist definiert als eine Hämoglobinkonzentration (Hb) unter 10 g/dl. Dieser Wert gilt nicht für Säuglinge bis zu 6 Monaten, da sich die Blutbildung in diesem Zeitraum verändert.

Was kann Anämie verursachen?

  • Eine Anämie kann entstehen, wenn die roten Blutkörperchen zu schnell abgebaut werden, das Kind viel Blut verliert oder die Zellen des Knochenmarks nicht genügend rote Blutkörperchen produzieren.
  • Wenn rote Blutkörperchen zu schnell abgebaut werden, kann sich eine Anämie entwickeln, der Bilirubinspiegel (ein gelber Farbstoff, der beim normalen Abbau roter Blutkörperchen entsteht) steigt an und die Haut und das Weiße der Augen des Neugeborenen färben sich gelb (ein Zustand, der als Gelbsucht bezeichnet wird).
  • Neugeborene, die plötzlich viel Blut verlieren, können schwer krank werden und einen Schock erleiden. Sie sehen meist sehr blass aus, haben eine schnelle Herzfrequenz und einen niedrigen Blutdruck und atmen schnell und flach.
  • Wenn der Blutverlust weniger dramatisch ist oder das Blut nur allmählich verloren geht, kann das Neugeborene normal aussehen und nur blass sein.

Was sind die Gründe für schwere Anämie bei Kindern?

Die Anämie des Patienten kann viel schwerwiegender sein, wenn:

  • Die roten Blutkörperchen werden zu schnell abgebaut (ein Prozess, der Hämolyse genannt wird).
  • Frühgeborenen wird zu viel Blut für Bluttests entnommen.
  • Während der Wehen und der Geburt wird zu viel Blut verloren.
  • Das Knochenmark produziert nicht genügend neue rote Blutkörperchen.

Wir werden alle diese Punkte etwas ausführlicher besprechen.

Hämolyse

Ein starker Abbau der roten Blutkörperchen führt zu Anämie und hohen Bilirubinwerten im Blut (Hyperbilirubinämie).

Eine hämolytische Erkrankung des Neugeborenen kann dazu führen, dass seine roten Blutkörperchen ungewöhnlich schnell durch Antikörper aus dem Blut der Mutter zerstört werden.

Ein schnelles Zerplatzen der roten Blutkörperchen bei Neugeborenen kann auch auftreten, wenn eine vererbte Anomalie der roten Blutkörperchen vorliegt. Eine solche Krankheit ist die B. hereditäre Sphärozytose, bei der die roten Blutkörperchen unter dem Mikroskop wie kleine Kugeln aussehen.

Eine weitere seltene Erkrankung tritt bei einigen Kindern auf, die einen Mangel an einem Enzym der roten Blutkörperchen, der Glukose-6-Phosphat-Dehydrogenase (G6PD-Mangel), haben. Bei diesen Kindern kann der Kontakt mit bestimmten Medikamenten (wie Anilinfarbstoffen, Sulfonamiden und vielen anderen Medikamenten) während der Schwangerschaft dazu führen, dass die roten Blutkörperchen der Mutter oder des Fötus schnell abgebaut werden.

Eine Hämolyse kann auch bei Hämoglobinopathien auftreten. Hämoglobinopathien sind genetische Erkrankungen, bei denen die Struktur oder Bildung von Hämoglobin gestört ist. Hämoglobin ist ein Protein in den roten Blutkörperchen, das es den Zellen ermöglicht, Sauerstoff von der Lunge in alle Teile des Körpers zu transportieren. Beispiele für Hämoglobinopathien sind Thalassämie und Sichelzellenanämie.

Auch durch Infektionen, die vor der Geburt zugezogen werden, z. B. mit Toxoplasmose-, Röteln-, Zytomegalie- oder Herpes-Simplex-Viren oder Syphilis, sowie durch bakterielle Infektionen, die sich das Neugeborene während oder nach der Geburt zugezogen hat, können die roten Blutkörperchen schnell abgebaut werden.

Blutverlust

Blutverlust ist ein weiterer Grund für Anämie. Es kann viele Gründe für einen Blutverlust bei einem Neugeborenen geben. Ein Blutverlust kann zum Beispiel auftreten, wenn das Blut des Fötus die Plazenta (das Organ, das den Fötus mit der Gebärmutter verbindet und ihn mit Nährstoffen versorgt) durchquert und in den Körper der Mutter gelangt (Fötus-Mutter-Transfusion). Auch während der Geburt kann zu viel Blut in der Plazenta zurückgehalten werden, wenn das Neugeborene zu lange über dem Bauch der Mutter gehalten wird, bevor die Nabelschnur abgeklemmt wird.

Feto-fetale Transfusionen, bei denen Blut von einem Fötus zum anderen fließt, können dazu führen, dass ein Fötus eine Anämie entwickelt, während der andere Zwilling überschüssiges Blut erhält (Polyzythämie).

Vor der Geburt kann sich die Plazenta von der Gebärmutterwand lösen (Plazentaablösung) oder die Plazenta kann an der falschen Stelle befestigt werden (Plazenta previa), was zu Blutungen mit fötalem Blut führt.

Blutverlust kann auch bei verschiedenen invasiven Verfahren auftreten, bei denen der Fötus auf Gen- und Chromosomenanomalien untersucht wird. Bei invasiven Verfahren muss ein Instrument in den Körper der Mutter eingeführt werden. Zu diesen Verfahren gehören die Fruchtwasseruntersuchung, die Chorionzottenbiopsie und die Blutentnahme aus der Nabelschnur.

Manchmal verliert das Neugeborene aufgrund einer Verletzung bei der Geburt Blut. Ein Riss in der Leber oder der Milz kann zum Beispiel innere Blutungen verursachen. In seltenen Fällen kommt es zu Blutungen im Schädel des Neugeborenen, wenn bei der Geburt ein Vakuumextraktor oder eine Zange verwendet wird.

Blutverlust kann auch bei Neugeborenen mit Vitamin-K-Mangel auftreten. Vitamin K ist ein Stoff, der dem Körper hilft, Blutgerinnsel zu bilden und Blutungen zu kontrollieren. Vitamin-K-Mangel kann bei Neugeborenen eine hämorrhagische Erkrankung verursachen, die durch eine Blutungsneigung gekennzeichnet ist. Neugeborene haben bei der Geburt meist einen niedrigen Vitamin-K-Spiegel. Um Blutungen zu verhindern, erhalten Neugeborene bei der Geburt routinemäßig eine Vitamin-K-Spritze.

Häufige Blutentnahmen bei einem kranken Neugeborenen können zu Anämie führen.

Verminderte Produktion von roten Blutkörperchen

Vor der Geburt bildet das Knochenmark des Fötus möglicherweise nicht genügend neue rote Blutkörperchen. Diese seltene Störung kann zu schwerer Anämie führen. Eine solche mangelnde Produktion tritt auch bei seltenen genetischen Störungen auf, wie z. B.. B. dem Fanconi-Syndrom oder der Diamond-Blackfan-Anämie.

Auch nach der Geburt können einige Infektionen (wie Cytomegalie, Syphilis und das Humane Immundefizienz-Virus [HIV]) das Knochenmark daran hindern, rote Blutkörperchen zu bilden. Neugeborene können auch einen Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Eisen, Folat (Folsäure) und Vitamin E haben, was zu Anämie führen kann, weil das Knochenmark nicht genügend rote Blutkörperchen produzieren kann.

Was sind die Anzeichen und Symptome einer Anämie bei einem Neugeborenen?

Die meisten Säuglinge mit leichter oder mittlerer Anämie haben keine Symptome. Eine mittelschwere Anämie kann zu Lustlosigkeit (Lethargie), Appetitlosigkeit oder gar keinen Symptomen führen.

Andere Symptome, die bei Anämie auftreten, sind:

  • Blässe der Haut und Schleimhäute
  • Schnelle Müdigkeit und Erschöpfung (bei Kindern oft nur leicht)
  • Schnelles Herzklopfen (Tachykardie) oder Kreislaufversagen (Kreislaufversagen bei akuten Blutungen)
  • Gelbsucht mit Blutvergiftung (Ikterus)
  • Vergrößerte Milz (Splenomegalie)
  • Ausscheidung von Blut im Urin (Hämoglobinurie)

Wie können wir Anämie bei Babys diagnostizieren?

  • Vor der Geburt: Pränatale Ultraschalluntersuchungen
  • Nach der Entbindung: Symptome und Bluttests

Wenn Ärzte vor der Geburt einen pränatalen Ultraschall machen, sehen sie manchmal Anzeichen von Anämie beim Fötus.

Die Diagnose einer Anämie nach der Geburt basiert auf den Symptomen und wird durch Tests an der Blutprobe des Neugeborenen bestätigt. In einigen Bundesstaaten der USA werden Neugeborene außerdem auf einige der Ursachen für Anämie untersucht, z. B.: g. G6PD-Mangel.

Wie kann dieser Zustand behandelt werden?

In den meisten Fällen kann die Anämie des Babys mit einer mehr oder weniger langen Eisenergänzung korrigiert werden. In der Regel verschreibt der Kinderarzt pulverisierte Eisensalze, deren Dosierung sich nach dem Gewicht des Babys richtet.

Oft ist es auch sinnvoll, die Ernährung des Babys so zu ändern, dass sie mehr Eisen liefert. Je nach Fall kann es z. B. notwendig sein, statt Kuhmilch eine altersgerechte Säuglingsmilch zu wählen oder je nach Stadium der Ernährungsumstellung dafür zu sorgen, dass es jeden Tag ein wenig Fleisch oder Fisch zu sich nimmt. Zur Information: In der Regel ist es ratsam, ihm zwischen 6 und 8 Monaten 10 g Fleisch oder Fisch pro Tag und zwischen 9 Monaten und 1 Jahr 20 g pro Tag zu geben.

FAQs

 

Wie kann ich sicher sein, dass mein Kind an Anämie leidet?

Um festzustellen, ob dein Kind unter Anämie leidet, ist eine Blutuntersuchung notwendig. Mit dieser Blutuntersuchung soll der Hämoglobingehalt im Blut gemessen und die Ursachen der Anämie ermittelt werden, indem z. B. die Eisenreserven untersucht werden. Wenn der Arzt oder die Ärztin glaubt, dass die Anämie durch eine Infektion oder eine andere Krankheit verursacht wird, kann er oder sie weitere medizinische Tests für dein Kind anordnen.

Was soll ich tun, wenn sich herausstellt, dass mein Kind anämisch ist?

Wenn die Anämie durch eine unzureichende Eisenzufuhr verursacht wird, wird dich das medizinische Personal beraten, was du deinem Kind füttern solltest. Außerdem muss dein Kleinkind einige Monate lang Eisenpräparate einnehmen.

Bei Anämie, die durch eine Infektion oder chronische Krankheit verursacht wird, richtet sich die Behandlung speziell gegen die Infektion oder chronische Krankheit. In manchen Fällen kann es notwendig sein, die Behandlung der Infektion oder chronischen Krankheit durch ein Eisenpräparat zu ergänzen.

Wie kann ich verhindern, dass mein Kind eine Anämie entwickelt?

Bei der Geburt deckt dein Baby seinen Eisenbedarf mit Muttermilch oder kommerzieller eisenhaltiger Säuglingsnahrung. Ab dem 6. Lebensmonat solltest du ihm eisenhaltige Beikost geben.  Gib ihm auch Lebensmittel, die reich an Vitamin C sind (z. B. Orangen, Clementinen, Tomaten und Paprika), da diese die Eisenaufnahme im Körper fördern. Wenn dein Kind auf verschiedene eisenhaltige Lebensmittel allergisch reagiert, solltest du einen Ernährungsberater konsultieren, um sicherzustellen, dass es mit seiner Ernährung ausreichend Eisen erhält. Wenn nicht, muss es Eisenpräparate einnehmen.

Referenzen:

Hallo, meine Kinder nennen mich Mutti. Ich habe 5 Kinder großgezogen und möchte meine Erfahrung mit Ihnen teilen, damit Sie ein großartiger Elternteil sein können.

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